Die Produktion von Müllsäcken - Was ist Polyethylen?
Polyethylen - der weltweit meist hergestellte Kunststoff, ist ein Material, dem man täglich begegnet.
Es kann sowohl zu weichen und geschmeidigen, als auch zähen, harten und festen Produkten verarbeitet werden, wie z.B.:
- Rohre
- Spielzeug
- Frischhaltefolien
- Flaschen
- Kraftstofftanks
- Müllbeutel
Eigenschaften des Polyethylens?
- Es isoliert gut
- ist beständig gegenüber aggressiven Substanzen
- es ist nahezu unzerbrechlich
- hält starken klimatischen Schwankungen stand
- ist auffallend leicht
- lässt sich problemlos zu den verschiedensten Artikeln verarbeiten
- verhält sich grundwasserneutral
POLYETHYLEN IST ALSO: Stark, sicher und vielseitig.
Wie Polyethylen entsteht
Vom Naphta zum Polyethylen:
Naphta wird aus Erdöl gewonnen, und ist eine andere Bezeichnung für Rohbenzin.
Erhitzt man das Naphta sehr stark ("cracken"),
wird ein Gas freigesetzt, welches Ethylen heißt.
Ethylen wird zum Polyethylen:
Im nächsten Schritt wird das Gas (Ethylen) durch einen weiteren Reaktor geschickt, welcher von außen mit Druck und Temperatur
beaufschlagt wird. Dieser Reaktor kann ein großer Topf sein oder auch ein sehr langes Röhrensystem. Am Ende des Reaktors fällt
ein weißes Pulver aus, welches nun aufgeschmolzen und durch eine Lochscheibe gepresst wird. Die Stränge werden unter Wasser
gekühlt und mit dem rotierenden Messer abge- bzw. zerschlagen. Es entsteht das Polyethylen-Granulat, wie es nun vom Verarbeiter
eingesetzt werden kann.
Polyethylen Granulat
Stoffliches Kunststoff-Recycling I
Unter stofflichen Recycling versteht man das Aufbereiten der Altkunststoffe zu "neuen" Kunststoff-Rohstoffen, sogenanntem Regranulat. Der chemische Aufbau des Werkstoffes bleibt erhalten.
Stoffliches Kunststoff-Recycling II
Die sortierten Kunststoff-Verpackungen werden auf Störstoffe kontrolliert und zerkleinert. Das Mahlgut wird gewaschen, und in Wasserbecken werden Fremdstoffe abgeschieden. Dies funktioniert nach dem Prinzip der Schwimm/Sink-Trennung, wobei man sich die unterschiedliche Dichte der Kunststoffe zunutze macht. Polyethylen zum Beispiel hat eine geringere Dichte als Wasser, ist also leicht und schwimmt daher. Auf diese Weise ist eine Trennung unterschiedlicher Kunststoff-Typen leicht möglich. Das gewaschene und sortenreine Mahlgut wird getrocknet und anschließend in einem Extruder granuliert.
Der Extruder funktioniert nach dem Prinzip eines Fleischwolfes. Im Inneren des Extruders wird der Kunststoff aufgeschmolzen, die Schmelze durch eine Lochplatte ins Freie gepreßt und die austretenden Stränge ähnlich wie Spaghetti werden mit Hilfe eines rotierenden Messers abgeschnitten. So entsteht das Granulat.
Extruder zur Herstellung von Granulat
1. Schritt: Die Produktion von Folien
In einem beheizten Zylinder dreht sich eine Schnecke, welche die Formmasse nach vorn fördert und aufschmilzt. Vor dem Schneckenzylinder ist ein Werkzeug gesetzt. Dieses gibt der plastisch austretenden Masse die gewünschte Form, z.B. die Folie. Im Extruder wird die Formmasse durch ein Gebläse ballonartig ausgeworfen.
Der so entstehende Folienschlauch wird gekühlt, flach gelegt und anschließend auf Rollen gewickelt.
Funktionsprinzip einer Blasextrusionsanlage
2. Schritt: Sackfertigung / Blasfolienextrusion
Nachdem der Schlauch "endlos" in der Extrusion aufgewickelt wurde, werden die Rollen mit der Schlauchfolie an die Konfektionsmaschine gebracht.
Konfektionierungsanlagen
3. Schritt: Konfektion Inline / Offline
Durch eine kombinierte Schweiß- und Perforationseinheit wird in den endlosen Schlauch nach speziell vorgegebenen Längen eine Bodennaht und Abreissperforation eingefügt. Vorher wird der Schlauch gefaltet, um die gewünschte Faltart, wie z.B. Seitenfalte, Sternboden, etc., zu erreichen. Die Anzahl der Beutel wird über eine Funkenzählung festgestellt und die vorher festgelegte Anzahl von Säcken auf eine Einzelrolle gewickelt.
Konfektioniermaschine |
Konfektioniermaschine |
4. Schritt: Das fertige Produkt
Die frisch produzierten Säcke auf der Rolle:
Fertige Rollen laufen vom Band |
und werden in Kartons verpackt |
Verfahren zur Herstellung von Ethylen.
Ein ungesättigter Kohlenwasserstoff, als Ausgangstoff für die Kunststoffindustrie von hoher Bedeutung.
Haben Sie Fragen? Ich beantworte sie gerne.
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Sören Dede |





